{ Leseprobe 86 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Das Leben ein Traum"

Als ich das Tuch zur Seite gezogen hatte, war nichts mehr von einem Friedhof zu sehen. Stattdessen erschien ein Pflüger aus der Tiefe des Raumes, das Feld zu bestellen. Barhäuptig und ruhigen Schrittes führte er ein Pferd an der Hand, das einen Pflug zog. Während ich ihm zuschaute, kamen zwei Schlangen aus dem Wald. Sie richteten sich neben mir auf, gleichfalls mit mir das Geschehen zu verfolgen. Zu ihnen gesellten sich noch ein paar Greifvögel und ein Wolfspaar, die nun auch bis zum Rand des Ackers herankamen, dass wir wie in einer Reihe standen. Da also standen wir nun und schauten zu, wie der Mann Furche um Furche schnitt, in die er den Samen aus seiner Samentasche auswarf. Der Mann aber, der hier bei der Arbeit war, hatte für nichts Augen als für seinen Acker. Und während wir so dastanden und ihm zuschauten, wie er mit seinem Pflug das Erdreich aufwarf und den Samen streute, dämmerte mir, dass es der Vater war, der hier bei der Arbeit war. Und ich glaubte zu begreifen, dass er die Aufgabe gefunden hatte, nach der ihn schon immer verlangt hatte und die ihn nun für immer erfüllte.