{ Leseprobe 121 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Salamis - Jugendgedichte"

Viel Wege laufen aus in schwarzem Dorn

Und Tage schwinden ungenau und Stunden,

Mit buntem Laub die Giebel rings umwunden,

in hohen Fächern duftet goldenes Korn.

 

Von frohen Gästen dröhnt die Schenke bald,

Jupiter hütet seine dunkle Bahn,

Manchmal ein Hund schlägt einen Fremden an,

des heißer Atem schwindet leer und kalt.

 

Ein voller Mond hängt über Hof und Tor,

der färbt die alten Mauern langsam grün,

am Weiher schwankt des dürren Schilfes Rohr.

 

Vom Kirchturm hallt die letzte Stunde hin,

Schatten an Häusern huschen scheu empor,

Vereinzelt leis noch Wölkchen aufwärts ziehn.