{ Leseprobe 158 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Sonette der Liebe II"

Wie sucht ich deinen Namen einzudrücken,

mir einzuprägen, fest ihn zu behalten;

du ließst es zu, wie man ein Kind lässt pflücken

viel schöne Blumen, Kränzchen zu gestalten.

 

Und nanntest auch die vielen süßen Namen,

mit denen dich die Eltern einst geschmückt;

doch ob sie alle auch zu Ohr mir kamen,

blieb noch ein allerletzter mir entrückt.

 

Erst als die Zeit der Prüfungen verflossen,

bereit zu kommen, wenn in Not ich riefe,

hast deinen vollen Namen mir erschlossen,

"Dein Juttchen" siegelnd fortan deine Briefe.

 

Ich aber wusste, nichts mehr würde stören

im Herzen mir, nun ganz dir zu gehören.