{ Leseprobe 131 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Liederbuch für Jutta II"

Die Stunden ziehn vorbei, bald sind´s die letzten,

die uns mit frischem Lebenshauch ergetzten.

Das letzte Scheit im Herd glimmt aus, verraucht.

Ich sinne nach, was man zum Leben braucht.

 

Wozu war uns der Augenblick gegeben,

als uns die Sprache, der Gesang entstand?

Wir waren fröhlich, glaubten an das Leben

und an das große Glück voller Bestand.

 

Nun aber, da das Ende naht des Lebens,

wird schwer das Wort, verkümmert und erschlafft,

und was wir dachten, nährt nicht mehr, vergebens

verklingt manch Lied, ob es uns Rettung schafft.