{ Leseprobe 133 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Liederbuch für Jutta II"

Wie Kinder in den ersten frühen Bildern

mit Zeichen, die sie eben erst erfunden,

den Mensch in seinen Handlungen schildern,

mit Kopf und Fuß und Augen unverbunden,

 

und allenfalls noch eine Hand daneben,

dass sie, was auf sie zukommt, mag erfassen:

seh ich vor mir den Tag, das tätige Leben,

das dem Verein der Sinne überlassen.

 

Von früher hallen zwar noch die Befehle,

doch keiner mehr steht da auf seinem Posten,

entflohen ist der General, des Ganzen Seele,

und jeder flieht, was immer es mag kosten.

 

Wer bin ich? Wer? Ein Heer, das im Entgleiten,

haltlos zerstiebt in unbekannte Weiten.