{ Leseprobe 133 }

Literatur von Martin Ganter

Aus dem Werk "Im schönen Nandertal"

Kommandant (in der Nähe des toten Dreizehner): Was für eine Erleichterung, dass der Dreizehner nicht mehr lebt. O ihr Herren in der Kanzlei, wie falsch schätztet ihr mich ein, als ihr glaubtet, ich hätte den Vizekommandanten gehätschelt wie einen Schoßhund. Als hätt ich nicht selber daran Interesse gehabt, diesen alten Kläffer loszuwerden! Immer diesen Vize im Nacken! Andauernd fühlst du dich überwacht und kontrolliert und angebellt. Zumal diese Augen, die von morgens bis abends voller Vorwurf und Neid auf dich gerichtet waren, was waren sie anderes als ein ewiges Gekläff? Auf nichts schien er mehr zu warten als auf eine Blöße, dass er an mir vorbei zöge und sich mein Amt aneignete. Doch das ist jetzt vorbei. Bis auf eine Minute vor dem Termin wollte ich warten. Wenn dann noch immer nichts passiert wäre, wollte ich ihn abknipsen und sagen, es sei eine Krähe gewesen, die ich hätte abschießen wollen. Nun aber geschah das Unvorhersehbare auf wunderbare Weise ganz von allein. Eine schwere Erschütterung durchzog das Gelände und riss den Vizekommandanten mit in den Tod.